KlHaus FLYER

Im Garten vor dem Kunsthaus Pasquart steht ein kleines Haus: das «KlHaus».

Darin wird drei Jahre lang gesammelt und versammelt, was dieser andere Ort an Denk-, Bild- und Tonmaterial generiert.

Dieser Ort befindet sich in einer Gartenlaube eines Schrebergartens in Leipzig. Er wurde 2005 von Haus am Gern in Form eines weissen Raumes in die Gartenlaube der Parzelle 266 des Kleingartenvereins Anger-Crottendorf eingebaut, nach EN ISO 14644 contamination control standard von der auf Reinigung von Reinräumen spezialisierten Firma Pro_Con gereinigt, versiegelt und von Haus am Gern zum GESCHITSFREIEN RAUM erklärt. Es ist der einzige Raum seiner Art auf unserem Planeten.

Skulptur, mixed media

> auf der Wiese des
Kunsthaus Centre d'art Pasquart Biel/Bienne
>1.12.2018–22.2.2022

Webiste GESCHICHTSFREIEN RAUM in Leipzig : LIFETIME EUROPE

Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. phil. Jasper A. Friedrich baut den GESCHICHTSFREIEN RAUM in Leipzig virtuell und führt ein Gartentagebuch.
News vom 3.7.2019: Geschichtsfreie Gluthitze im Garten 266 und jede Menge Frischobst sieht man hier in 3D/VR 180 Grad.

PRESSE / KOMMENTARE: Swiss Cleanroom Competence 2016-01 / Bieler Tagblatt 3.1.2019 / Kunstbulletin 2019-04 / Christoph Nikolaus / Cleanroom Future Magazin 02/19 / Bieler Tagblatt 17.10.2019 zu SOMETHING ABOUT HONGKONG

ARTISTS : Fork Burke  / SusanneWalther / Hartmut Abenschein / Helmut Dick / STUDIO PREKÄR / Antoine Rubin / MR SCHUETZ / Wojciech Niedzielko / CHEUNG Tsz Hin / Ling Pui Sze /
Daniel Grimm / Sammlung Carola und Günther Ketterer-Ertle / Bernhard Kathan

CREDITS : Kunsthaus / Centre d'art Pasquart  / Berner Fachhochschule Fachbereich Holz / Maltech.ch AG / De Luca SA / F.+H.Engel AG / HG COMMERCIALE / Franconi + Grob AG / videocompany.ch / Hubert Dechant / Batavia Epicerie Moderne / die Mobiliar / Sammlung Ketterer-Ertle  / Olga Titus / Grimm Brauerei

DIARIUM

Definitionsgemäss ist ein Reinraum ein Raum mit kontrollierten Bedingungen. Ein Blick in die Tageszeitung beweist, dass die Welt kein Reinraum sein kann. / Par définition, une salle blanche est une salle dont les conditions sont contrôlées. Un coup d'œil au journal quotidien prouve que le monde ne peut pas être une salle blanche. / By definition, a clean room is a room with controlled conditions. A glance at the daily newspaper proves that the world cannot be a cleanroom.

14.05. – 07.06.2020
 "Aller Unsinn hebt sich auf"
"Tout non-sens s’annule"  

by

Bernhard Kathan

“Aller Unsinn hebt sich auf ˮ

Hörstück: Konzept / Textmontage: Bernhard Kathan
Sprecherin: Katrin Daliot
Affiche: Obduktionsbericht D.P.Schreber

Quelle: Henry Zvi Lothane, Seelenmord und Psychiatrie – Zur Rehabilitierung Schrebers. Psychosozial-Verlag, Giessen 2004. Ergänzungen in Klammern nach Lothane

 

Bernhard Kathan, Kulturhistoriker, Schriftsteller und Künstler aus Innsbruck, beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten totalitärer Herrschaft. Kathans vertiefte Studien zum Leipziger Juristen und Schriftsteller Daniel Paul Schreber (1842 – 1911) finden im KlHaus in einem Hörstück zur künstlerischen Form.

Kathans Hörstück ist das fiktive Selbstgespräch einer Aspirantin des Dresdner Oberlandesgerichtes, die nach einem Gespräch mit Daniel Paul Schreber versucht, dessen verworrene Weltsicht zu ordnen.

Daniel Paul Schreber war Sohn des Leipziger Orthopäden Moritz Schreber, des Namensgebers der späteren Schreber- bzw. Kleingarten-Bewegung, dessen brutale Erziehungsmethode zur Schwarzen Pädagogik gezählt wird. Daniel Paul Schreber bekleidete höchste Ämter im Sächsischen Staatsdienst, wurde jedoch wegen psychischer Erkrankung hospitalisiert und entwickelte in der Anstalt schwerste psychotische Wahnvorstellungen und Paranoia. Die damaligen Behandlungsmethoden innerhalb der Kliniken scheinen dazu ebensoviel beigetragen zu haben wie die Erziehung seines Vaters.

Seine bizarren Vorstellungen einer irregulären Weltordnung beschreibt Daniel Paul Schreber in seinem Buch Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken, das 1903 nach seiner Entlassung aus der Anstalt erscheint und als klassische Fallstudie aus Sicht eines Psychosekranken gilt. Daniel Paul Schreber hat 1907 einen Rückfall und verstirbt 1911 in geistiger Umnachtung.

“Tout non-sens s’annuleˮ

Pièce sonore : concept/montage du texte : Bernhard Kathan ; Voix : Katrin Daliot
Affiche : Rapport d‘autopsie D.P.Schreber

Référence : Henry Zvi Lothane, Seelenmord und Psychiatrie – Zur Rehabilitierung Schrebers. Psychosozial-Verlag, Giessen 2004. Ergänzungen in Klammern nach Lothane

 

Bernhard Kathan, historien de la culture, écrivain et artiste d‘Innsbruck, traite de divers aspects du régime totalitaire. Les études approfondies de Kathan sur l‘avocat et écrivain Daniel Paul Schreber (1842 - 1911) de Leipzig trouvent leur forme artistique dans une pièce sonore à la KlHaus.

La pièce sonore de Kathan est le soliloque fictif d‘une aspirante au tribunal régional supérieur de Dresde qui, après une conversation avec Daniel Paul Schreber, tente d‘ordonner sa vision confuse du monde.

Daniel Paul Schreber était le fils du chirurgien orthopédiste de Leipzig Moritz Schreber, l‘éponyme du mouvement Schreber ou des jardins familiaux, dont la méthode d‘enseignement brutale est considérée comme une pédagogie noire. Daniel Paul Schreber a occupé les plus hautes fonctions du service d‘État saxon, mais il a été hospitalisé pour maladie mentale et a développé de graves délires psychotiques et une paranoïa dans l‘institution. Les méthodes de traitement dans les cliniques de l‘époque semblent y avoir autant contribué que l‘éducation de son père.

Daniel Paul Schreber décrit ses idées bizarres sur un ordre mondial irrégulier dans son livre Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken, publié en 1903 après sa sortie de l‘asile et considéré comme un cas classique du point de vue d‘un patient psychotique. Daniel Paul Schreber a fait une rechute en 1907 et est mort en 1911 en aliénation mentale.

 

13.03. – 13.05.2020
CORONAKRISE
LOCKDOWN
CORONACRISIS
INPUT

 

Lust auf Reinraum – einige Gedanken, die Laune machen
Feeling like a Clean room – a few thoughts to cheer you up
Text
by
Daniel Grimm

 

Lust auf Reinraum –
einige Gedanken, die Laune machen

Definitionsgemäss ist ein Reinraum ein Raum mit kontrollierten Bedingungen. Ein Blick in die Tageszeitung beweist, dass die Welt kein Reinraum sein kann.

Bei Reinraumtechnik spricht man auch von «Kontaminationskontrolle». Kontamination im Sinne von Verunreinigung – die Luft ist wohl nur noch auf dem Mt. Everest wirklich rein und klar, und auch nur dann, wenn gerade kein Mensch anwesend ist. Wir werden also nie erfahren, wie rein und klar ein kontaminationsfreier Raum ist, denn der Mensch selbst kontaminiert ihn, durch seine Anwesenheit, seine Gedanken und seine Energie.

Einen «Geschichtsfreien Raum» zu gestalten ist ein gewagtes Projekt. Menschen existieren nur aus ihrer Vergangenheit und in ihrer Gegenwart, mit Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft. Ein Raum ohne Geschichte wäre auch ein Raum ohne den physischen Menschen – wohl das Nirwana oder Paradies, je nach dem, welcher Geschichte man anhängt.

Die Technische Anwendung von Reinräumen geht von der Halbleitertechnik über die Lebensmittelindustrie bis hin zur Medizin. Ohne Reinräume wären Mikrochips undenkbar. Ohne Mikrochips wäre die Archivierung von Daten schwerer umsetzbar. Datenarchivierung bedeutet die Manifestation der Existenz von Geschichte. Umso mehr ist es gewagt, einen «Geschichtsfreien Raum» im Reinraum darzustellen.

Indem wir uns in den geschichtsfreien Raum begeben, werden wir von der Umwelt abgeschnitten. Was dort passiert – auch wenn wir es sehen können – ist durch uns in diesem Moment unbeeinflusst. Unsere Geschichte geht weiter, die Geschichte «draussen vor der Tür» geht ohne uns weiter. Das Spiel mit dem Gedanken, dass der Reinraum die Umwelt aber auch den Mensch in ihm vor der Umwelt schützt, gibt zu vielen Assoziationen Gelegenheit. In dem Moment, wo der Einzelne erkennt, dass die Geschichte der Welt auch ohne sein Zutun geschrieben wird, ist er sich seiner Unzulänglichkeit bewusst. Macht er seine und der Welt Geschichte zum integralen Bestandteil der Gegenwart, würde für die Zukunft ein Grossteil der erfahrenen Fehler nicht mehr realisiert.

Viele Einzelne gibt eine Menge. Vielleicht sogar alle? Mikrochips werden im Reinraum fehlerfrei hergestellt. Im «Geschichtsfreien Raum» könnte eine Zukunft gebaut werden, die zumindest die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt. Insofern müsste der Mensch nur aus seiner Geschichte lernen – und einen von der Sklaverei der Vorurteile befreiten, reinen Gedankenraum in Kopf und Herz schaffen. Welch gewagtes Projekt.

Daniel Grimm
Dipl. Braumeister, Lebensmittelsicherheitsauditor, und Dozent

Daniel Grimm war im Jahr 2005 Sekretär der Schweizerischen Gesellschaft für Reinraumtechnik. Dieser Essay wurde zur Eröffnung des GESCHICHTSFREIEN RAUMES in Leipzig im September 2005 geschrieben.

Feeling like a Clean room –
a few thoughts to cheer you up

By definition a cleanroom is a room with controlled conditions. One look at the daily papers proves that the world cannot be a cleanroom.

In cleanroom technology we talk about “contamination control.” By this we mean contamination in the sense of impurification – the air is probably only really pure and clear on Mt. Everest, and only when no humans are present.

We will thus never experience how clean and clear an uncontaminated room is, for it is humans who contaminate it with their presence, their thoughts and their energy.

Designing a “history-free space” is a bold project. Human beings only exist in their present emerging from their past, with a look into the hopeful future. A room without history would also be a room without the physical presence of humanity – probably nirvana or paradise, depending which version of history you prefer.

The technical application of cleanrooms extends from semiconductor technology to the food industry and medicine. Without cleanrooms, microchips would be unthinkable. Without microchips, archiving data would be much harder to realise. Archiving data means the manifestation of the existence of history – which makes it even bolder to represent a “history-free space” in a cleanroom.
By entering the history-free space, we are cut off from the environment. What happens there – even if we can see it – remains uninfluenced by us at that moment. Our history continues, the history “outside on the street” continues without us.

The playful thought that the cleanroom protects the environment, but also protects the people within from environmental influences, may lead us in many directions.

At the moment when an individual recognises that the history of the world will continue to be written without his assistance, he becomes aware of his own inadequacy. If he makes his and the world’s history into an integral component of the present, a great deal of the mistakes experienced in the past would no longer be relevant for the future.

Many individuals make a crowd. Perhaps even everyone? Microchips are produced faultlessly in a cleanroom. In a “history-free space”, a future might be built that at the very least does not repeat the mistakes of the past. In this respect, humans would only have to learn from their history – and create a clean space in their heads and hearts, free of the chains of prejudice. What a bold project.

Daniel Grimm
Master Brewer, Food safety auditor and lecturer

In 2005 Daniel Grimm was Secretary of the Swiss Society for Cleanroom Technology. This essay was written for the opening of the HISTORY FREE SPACE in Leipzig in September 2005.

 

03.02. – 20.03.2020
Installation
Le JOURNAL de l‘écrivain Antoine Rubin
SESSION II

Pendant une semaine, l’écrivain Antoine Rubin reprend ses quartiers dans la Klhaus. Il poursuit le travail commencé lors de sa première session de résidence en juin 2019. Le temps passé sur place se traduit en journal qu’il augmente au fur et à mesure des jours avant de le restituer au visiteur. Si la saison estivale augurait une réflexion autour de la vie dehors avec un toit au-dessus de la tête, ce deuxième volet – hivernal cette fois-ci – amorce un mouvement de repli intérieur. Oscillant entre présence et absence, l’écrivain questionne la disparition au moyen des traces laissées derrière lui. 

Der Schriftsteller Antoine Rubin nimmt eine zweite Woche lang im Klhaus Quartier, um die Arbeit fortzusetzen, die er während seiner ersten Residenz im Juni 2019 begann. Die vor Ort verbrachte Zeit wird in ein Journal übersetzt, das täglich wächst, und danach für die BesucherInnen einsehbar wird. Wenn die Sommersaison eine Reflexion über das Leben draußen mit einem Dach über dem Kopf versprach, so leitet dieser zweite Teil der Residenz – diesmal der Winter – eine Bewegung des inneren Rückzugs ein. Zwischen An- und Abwesenheit oszillierend, hinterfragt der Autor das Verschwinden anhand der hinterlassenen Spuren.

Residency
27.01.– 02.02.2020
07.12.2019 – 26.01.2020
7.12.2019 OPENING
"SAMMLUNG KETTERER-ERTLE RELOADED"

Eine Kunstsammlung ist ein Archiv, das Kunstwerke innerhalb eines Systems verortet und durch die persönliche Geste der Sammlerin/des Sammlers selbst zu einem Teil der Kunstgeschichte wird. Das Berner Sammlerpaar Carola Ertle und Günther Ketterer lebt inmitten seiner Sammlung, und die Kunstwerke verwandeln ihr Heim in einen grossen Chor unterschiedlicher künstlerischer Stimmen, welche gemeinsam ein dynamisches Ganzes bilden. Diese Sammlung wurde im Auftrag der Mobiliar vor Ort von David Willen fotografiert und als Fototapete in den Räumen der Generaldirektion der Mobiliar in Bern für die Ausstellung «Kunst & Nachhaltigkeit Vol. 9 - Leben in der Kunst. Werke aus der Sammlung Carola und Günther Ketterer-Ertle» (5.4. – 17.8. 2018) tapeziert. Die Tapete wurde mit Werken aus der Sammlung behängt und in die multimediale Collage wurde als weitere Ebene das Wohnzimmer des Sammlerpaares eingebaut.

Im KlHaus werden die Überreste dieser Sammlungs-Tapete appliziert. Damit verdichten sie den minimalen Raum zu einer veritablen «Wunderkammer». Weil das KlHaus kein Ausstellungsraum, sondern ein Ort der Geschichte und der Geschichten ist, haben wir gemeinsam etwas geschehen lassen: Auf der Fototapete spielt sich etwas ab, das sich nicht klar einordnen lässt. Es sind Interventionen aus Materialien der Künstlerin Olga Titus, die sie uns zuspielte und wir arrangiert haben. Die Werkfetzen erscheinen auf der Tapete wie Ausblühungen aus der Sammlung. Wenn wir die Fetzen berühren und uns im KlHaus um uns selbst drehen, erleben wir, wie gute Kunst trotz Medientransfer ihre Kraft multipliziert, über sich hinaus wächst und uns mitnimmt.

Supported by die Mobiliar / Olga Titus

&
"
KL HAUS SPEZIALBIER"
by
HAUS AM GERN & PRIVATE GRIMM BRAUEREI"

Der dipl. Braumeister Daniel Grimm hat schon für die Reinheit im Geschichtsfreien Raum *  in Leipzig gesorgt. Am 26.10.2019 braute er zusammen mit Haus am Gern im KlHaus nach dem Bieler-Reinheits-Gebot ein paar exklusive Flaschen Gerstensaft vom Feinsten, die bis zum 7.12.19 lagern, und dann um 18:30h ausgetrunken wurde.

19.10. – 05.12.2019
 "Something from Hong Kong" 
Installation
by

CHEUNG Tsz Hin MORE &  LING Pui Sze MORE
more about the protest in Hongkong

Künstler sind weltweit unterwegs und deshalb auch vernetzt. Die Wege der beiden Kunstschaffenden Cheung Tsz Hin (* 1987) und Ling Pui Sze (1989) aus Hong Kong und der zwei Bieler Künstlerinnen Susanne Walther und Barbara Meyer Cesta kreuzten sich in Island. Aus Anlass einer Europareise werden Cheung Tsz Hin und Ling Pui Sze nun im KlHaus eine Intervention machen – Raum und Zeit lassen sich immer wieder kurzfristig überwinden. Die Kunstkritikerin Alice Henkes wird sich mit den beiden Gästen darüber unterhalten, wie Kunstschaffende in Hong Kong mit dem aktuellen Zeitgeschehen umgehen.

Les artistes voyagent dans le monde entier et sont donc en lien entre eux. Les chemins des deux artistes hongkongais Cheung Tsz Hin (*1987) et Ling Pui Sze (*1989) et des deux artistes biennoises Susanne Walther et Barbara Meyer Cesta se sont croisés en Islande.  À l’occasion d’un séjour en Europe, Cheung Tsz Hin et Ling Pui Sze interviendront au KlHaus – les obstacles de la distance et du temps sont ainsi surmontés l’espace d’un instant. La critique d’art Alice Henkes discutera avec les deux invités de la façon dont les artistes de Hong Kong se positionnent face aux événements actuels.

Artists travel the world and are therefore networked. The paths of the two visual artists Cheung Tsz Hin (* 1987) and Ling Pui Sze (1989) from Hong Kong and the two Biel/Bienne artists Susanne Walther and Barbara Meyer Cesta crossed in Iceland.  On the occasion of a trip to Europe, Cheung Tsz Hin and Ling Pui Sze will now make an intervention in the KlHaus – space and time can always be overcome at short notice.  Art critic Alice Henkes will talk to the two guests about how artists in Hong Kong are dealing with current events.

21.09. – 18.10.2019
SLEEP CYCLE
by
WOJCIECH NIEDZIELKO (PL) MORE

«Sleep Cycle» nennt sich eine App, die - einmal auf dem Smartphone installiert - von der Matratze aus den Schlaf überwacht und analysiert. Die App verspricht, das Beste aus dem Schlaf herauszuholen, damit der Schläfer oder die Schläferin den stressigen Alltag noch besser bewältigt und verkraftet - die Selbstoptimierung und Competition macht nun auch vor dem wohl einzigen Zustand nicht mehr Halt, in dem wir gar nicht mehr «bei uns selber sind», sondern anderswo, im Schlaf nämlich, beim «kleinen Bruder des Todes». Keinerlei Selbstoptimierung betreibt hingegen Wojciech Niedzielko, wenn er die analoge Kamera auf sein Bett richtet, den Verschluss öffnet und sich schlafen legt. Die Kamera zeichnet während der ganzen Nacht auf, was sich vor ihrer Linse abspielt. Das ist nicht viel und ist doch «das halbe Leben», das wir ja bezeichnenderweise schlafend verbringen. Diese schlafenden Selbstportraits von Wojciech Niedzielko transportieren eine unendliche Melancholie und Trauer über die «verschlafenen» Möglichkeiten und die Unmöglichkeiten, dieses Leben noch einmal nachzuholen. Auf dem Blog von Wojciech Niedzielko findet sich unter vielen anderen Bildern ein Foto mit dem Titel «Dziadek Stanisław». Es zeigt ebendiesen Grossvater Stanisław aufgebahrt auf dem Totenbett, und ein paar Klicks weiter ein Bild, das den Heustock in der Scheune seines Grossvaters zeigt mit der Legende: «Ich möchte gerne noch einmal eine Nacht im Heu in der Scheune meines Grossvaters verbringen. Trauer». Die polnische Sprache macht übrigens keinen Unterschied zwischen den Wörtern Schlaf und Traum.

Wojciech Niedzielko, polnischer visueller Künstler, *1959 in Ełk, gründete 1999 zusammen mit Igor Krenz die «Grupa Usługi Fotograficzne (Photo Service Group)». Seit 2001 Mitglied der Video- und Performance Gurppe «Azorro». Er lebt und arbeitet in Warschau.

18.08.2019
MARIAGE
de
CYNDIE & RAPHAËL
INSTALLATION végétale des mariés jusqu‘au sèchage final

La vraie vie s‘installe :
Cyndie et Raphaël se marient au KlHaus !

Le décor est constitué d‘une installation végétale des mariés :
Sous le toit de la KlHaus, ils accrochent des plantes à sécher, qui seront disponibles comme souvenirs à la KlHaus à l‘automne.
TOUS ceux qui veulent être là quand une nouvelle histoire commence au KlHaus, sont invités au mariage.

Das echte Leben zieht ein:
Cyndie und Raphaël heiraten im KlHaus!

Das Dekor besteht aus einer « Installation végétale » des Brautpaares: Unter dem Dach des KlHaus hängen sie Pflanzen zum Trocken auf, die im Herbst im KlHaus als Andenken erhältlich sind.
ALLE sind zum Hochzeitsfest eingeladen, die dabei sein wollen, wenn im KlHaus eine neue Geschichte beginnt.

 

PROGRAMM/E:
ab/dès 14:00h Apéro, Buffet*
15:00h Cérémonie***
15:30h Musique***
permanent:Installation végétale****

* LE MENU : • Apéro, Buffet par Batavia Epicerie Moderne
• Leipziger Allerlei & Leipziger Lerchen interprété par maître cuisinier Rolf Bähler
• Gelati fait maison par EYE SCREAM

***CÉRÉMONIE performative interprété par maître de cérémonie Rudolf Steiner

***INSTALLATION végétale des mariésjusqu‘au sèchage final

****DJ set par Dany Digler

 

01.08.2019 21:30h
MR. SCHUETZ Martin Schütz in CONCERT @ KlHaus
22.07. – 16.08.2019
 
THE FRIENDLY HERMIT
a soundistallation
by
MR. SCHUETZ
Martin Schütz



Was man hier hört:
8 lange Loops, aufgenommen in den letzten paar Monaten, mit (meist) präpariertem akustischem oder elektrischem Cello. Zwischen jedem Loop eine kurze Unterbrechung: ein paar einzelne Töne, ein Robert-Walser-Gedicht aus der Sammlung von frühen Gedichten, “Au Bureau”, 1909 herausgegeben, aufgenommen von mir in der französischen Übersetzung; ein kleiner Gruss Richtung Robert-Walser-Sculpture.
Zu den Loops:
Sounds, Geräusche, Töne übereinander und ineinander geschichtet, alles spontan und live direkt in einen Looper eingespielt. Was wir hören ist das jeweilige Endresultat dieses Schichtungsprozesses. Bei intensivem und langem Hören erschliessen sich immer wieder neue Details in jedem dieser 4-7minütigen Loops. Nach einer Weile kann man einzelne Elemente und deren rhythmisches, texturales und tonales Zusammenspiel erkennen. Mal kann das weite Räume aufmachen, hin und wieder wieder kann es einem klaustrophobisch vorkommen.
Und einige der Loops könnten durchaus inspirieren zu einem intimen Tänzchen in dieser Klause, genannt das “KlHaus”.
Die ganze Tonspur dauert 42min.

Ce que vous entendez ici :
8 longues boucles, enregistrées au cours des derniers mois, avec violoncelle acoustique ou électrique (pour la plupart) préparé. Une courte interruption entre chaque boucle : quelques sons singuliers, un poème de Robert Walser du recueil des premiers poèmes, „Au Bureau“, publié en 1909, que j‘ai enregistré en français; un petit salut à la Robert-Walser-Sculpture.
Àpropos des boucles :
Sons, bruits, sounds, tonalités qui se superposes et s‘entrecroisent, le tout spontanément joué directement dans un looper. Ce que nous entendons est le résultat final de ce processus de la superposition des couches. Avec une écoute intensive et longue, de nouveaux détails se révèlent encore et encore dans chacune de ces boucles de 4 à 7 minutes. Au bout d‘un certain temps, vous pouvez reconnaître les éléments individuels et leurs interactions rythmique, texturale et tonale. Parfois, il peuvent ouvrir de grands espaces, de temps en temps, il peut sembler claustrophobe.
Et certaines des boucles pourraient même inspirer une danse intime dans cet ermitage, appelé la „KlHaus“.
La bande son dure 42min.

martin schütz, le 22 juillet 2019

Installation
06.07. – 21.07.2019
Le JOURNAL de l‘écrivain Antoine Rubin
SESSION I

Le temps d‘une semaine, l‘écrivain Antoine Rubin a pris ses quartiers dans la KlHaus. Apportant le strict minimum, il développe une réflexion autour de la vie dehors avec un toit au-dessus de la tête. Le temps passé sur place se traduit en journal qu‘il augmente au fur et à mesure des jours avant de le restituer à la ville.

Residency
17.06. – 23.06.2019
10.05. – 16.6.2019
 
“PREKARIA – EINE VIDEO-OPER ˮ
BY
STUDIO PREKÄR
Marie-Louise Lang & Jeroen Singer MORE
supported by videocompany.ch

Mit der Video-Oper PREKARIA untersucht das Künstlerduo Studio Prekär (Marie-Luise Lange & Jeroen Singer) den Zwiespalt, der mit dem Wandel eines gesellschaftlichen Systems einhergeht. Grundlage bilden 30 Interviews, welche die Künstler während drei Jahren mit Zeitzeugen der Deutschen Demokratischen Republik geführt haben. Diese verweben sich mit improvisiertem Operngesang und eine Komposition aus Abkürzungen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, vorgetragen von einem lokalen Laienchor.

14.04. – 10.05.2019

“ DER GESCHICHTSFREIE RAUM UND DER
APFELBAUM“
Eine botanisch architektonische Fabel
BY
HELMUT DICK TEXT

Im gesunden Hier und Jetzt haben Apfelbäume möglicherweise, und Räume ganz sicher kein Bewusstsein. In einem der unzähligen, nirwanischen Subräume allerdings – die zueinanderkommend zu einer Art Brummton verschmelzen – ist nicht nur jede erdenkliche und noch nicht gedachte Konstellation vorstellbar, sondern geradezu logisch: Bäume und Räume wissen wer sie sind und sprechen ... sogar miteinander.

16.03 – 13.04.2019

“PRECISION AND RECALL“
Suchbewegung in der Ordnung der Dinge
BY
HARTMUT ABENDSCHEIN MORE

PRECISION AND RECALL ist ein Reenactment der Bibliographiearbeit des französischen Philosophen Michel Foucault. Dessen wissensarchäologischer Ansatz in seiner Publikation «Die Ordnung der Dinge» beschäftigt sich mit Wissenstransformationen im Rahmen grösserer Zeiträume. Dabei liest sich das Literaturverzeichnis dieses Werks selbst wie ein epistemisch breit ausdifferenziertes Sammelsurium bekannter, aber auch vergessener historischer Quellen verschiedenster Jahrhunderte.
Die Installation PRECISION AND RECALL dokumentiert Katalog- und Notationsästhetiken dieser vordigitalen wissenschaftlichen Suchmittel aus der Zeit der Entstehung von Foucaults zentralem Werk – mit den Spuren der Navigationsbewegungen durch das von Katalogkarten und Mikroformen repräsentierte Wissen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

18.02 – 15.03.2019

“A VAGUE SURPRISEˮ
by
FORK BURKE (WORDS) WORDS
&
SUSANNE WALTHER (VOICE)
du / vom 17.02.2019 – 17h
&
“29. 8. 2014 24h, Garten 266, Kleingartenverein Anger-Crottendorf Anlage II, Leipzig“
by HAUS AM GERN

Die Tonaufnahme der Performance wurde mit dem Video gekoppelt und beeinflusste dessen Wiedergabe.
L‘enregistrement sonore de la peformance était couplé à la vidéo et influencait sa lecture.

17.02.2019 17h
“A VAGUE SURPRISEˮ
by
Fork Burke (Words) WORDS
&
Susanne Walther (Voice)
Eröffnung : 1.12.2018

im Bau : 06.10.2018
im Bau : 29.09.2018
Planung : 25.04.2018