M13

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aus:
Konzept BAFU 2009

«Vorgehen beim Abschuss eines Bären: Der betroffene Kanton entscheidet über die Abschussbewilligung. Er konsultiert zuvor die Interkantonale Kommission IKK. Beim Massnahmenvollzug im oder um den Schweizerischen Nationalpark ist die Parkdirektion einzubeziehen. Die Abschussbewilligung wird befristet. Diese Frist kann verlängert werden.
Die IKK entscheidet über die Kommunikation des Entscheides und des Abschusses. Der Kanton setzt den Entscheid so rasch wie möglich um.
Der tote Bär wird den Medien nur in neutraler Umgebung vorgeführt.»

«Abschuss eines Risikobären: Juristische Abstützung, Publikation eines Abschussentscheides und Rekursmöglichkeiten
(…)
Gegen Entscheidungen, welche gemäss Art. 2 NHG Bundesaufgaben darstellen, steht Umweltschutz-organisationen ein Beschwerderecht zu (Art. 12 Abs. 1 NHG). Damit dieses Recht wahrgenommen werden kann, eröffnet die Behörde den Gemeinden und Organisationen ihre Verfügungen durch schriftliche Mitteilung oder durch Veröffentlichung im Bundesblatt oder im kantonalen Publikationsorgan. Die öffentliche Auflage dauert in der Regel 30 Tage (Art. 12b Abs. 1 NHG).

Um im Falle einer Gefährdung von Menschen, was beim Vorhandensein eines Risikobärs eindeutig der Fall ist, unverzüglich handeln zu können, wird den kantonalen Behörden empfohlen, im kantonalen Recht die Voraussetzung zu schaffen, einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung zu entziehen.

Unter dieser Voraussetzung kann der Abschuss des Risikobären unverzüglich vollzogen und die entsprechende Verfügung am Tag nach dem Vollzug publiziert werden. Diese Publikation eröffnet den anerkannten Organisationen die Möglichkeit, die Rechtmässigkeit der Entscheidung von der Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen.»

aus:
Dôgen Zenji (1200-1253) : Shôbôgenzô

"Vor langer Zeit lebte ein Holzfäller. Eines Tages, als er in den Bergen war und Holz sammelte, verirrte er sich im Schnee. Bei Nachtanbruch wurde der Schneefall heftiger, und die Kälte nahm zu. Dem Tode nahe, begann der Holzfäller herumzutrampeln, im verzweifelten Bemühen, sich warm zu halten. Bald jedoch fand er sich noch tiefer in den Bergen, verirrter als je zuvor. Dann begegnete er plötzlich einem im Schnee hockenden Bären mit tiefblauem Fell und zwei wie diamantene Fackeln funkelnden Augen. Mit der intensiven Kälte gepaart, brachte das den Holzfäller an den Rand des Zusammenbruchs.Der Bär, der in Wahrheit eine Inkarnation eines Bodhisattva war, tröstete den Holzfäller und sagte: «Hab keine Angst, denn ich will dir nichts Böses, im Gegensatz zu manchen Eltern, die Übles ihren Kindern mit in die Wiege legen.» Behutsam hob der Bär den Holzfäller auf und trug ihn in seine Höhle. Drinnen nutzte der Bär seinen eigenen Körper, um den Holzfäller vor den Elementen zu schützen, und sein Fell, um dessen Körper zu wärmen. Nachdem sich der Holzfäller ein wenig erholt hatte, brachte ihm der Bär eine Vielzahl von Wurzeln und Beeren und verbrachte die nächsten Tage damit, jeden seiner Wünsche zu erfüllen.

Am vierten Tag klarte das Wetter auf, und ein Weg wurde durch den schmelzenden Schnee sichtbar. Zu dieser Zeit hatte sich der Holzfaller völlig erholt und wollte nach Hause zurückkehren. Der Bär freute sich, bereitete eine Vielzahl von Beeren und Wurzeln für dessen Reise und führte ihn an den Rand des Waldes. Als sie dort ankamen, fiel der Holzfäller auf die Knie und fragte: «Wie kann ich deine Freundlichkeit je wiedergutmachen?» Der Bär antwortete: «Ich brauche nichts, ich bitte dich nur, dass du mein Leben so respektierst wie ich deines.» Der Holzfäller stimmte sofort zu, verabschiedete sich von dem Bären und begab sich auf die Reise.
Nach einem Stückchen Weg traf der Holzfäller auf zwei Jäger. Sie fragten ihn, ob er irgendwelche wilden Tiere im Wald gesehen habe. Er antwortete: «Nein, bis auf den einen Bären.» Die Jäger bedrängten ihn, zu dem Bären geführt zu werden. Der HoIzfäller antwortete: «Ich zeige euch den Weg, wenn ich zwei Drittel seines Fleisches bekomme.» Die Jäger stirmmten zu, und die drei zogen los. Bald hatten sie den Bär gefunden, getötet, und sein Fleisch in die verabredeten Portionen aufgeteilt. Als der Holzfäller sich nach vorn beugte, um seinen Anteil aufzunehmen, fielen ihm - gemäß seines schlechten Karmas - beide Arme ab, wie bei einer plötzlich zerrissenen Perlenkette oder einer scharf von der Wurzel abgetrennten Lotusblume.

Die Jäger waren erschüttert und verlangten eine Erklärung. Tief beschämt, brachte der Holzfäller reuevoll die ganze Geschichte vor. Die Jäger waren abgestossen und sagten: «Wenn du dem Bär soviel schuldest, wie konntest du solch eine Schandtat auch nur erwägen? Es ist wahrlich ein Wunder, dass dir nicht der ganze Körper verfault.» Sie entschlossen sich, das Fleisch nicht zu essen, und brachten es in einem nahegelegenen Tempel dar. Ein Mönch, der zu dieser Zeit gerade meditierte, bemerkte des Fleisches Herkunft. Er rief die anderen Mönche zusammen und erzählte ihnen, dass das Fleisch des Bären in Wahrheit das eines großen Bodhisattva sei, der der irdischen Welt große Gunst erwiesen hatte. Als Zeichen des Respektes aschten die Mönche das Fleisch durch ein verzehrendes Feuer ein und bauten eine Stupa als Heim für die Knochen.»

Experimentalfilm; schwarz-weiss; farbe;3D

gedreht im Rahmen von Z(ORTEN)2013

Der vom internationalen Artenschutzabkommen streng geschützte Jungbär M13 wanderte 2012 von Italien in die Schweiz ein und wurde zum Medienstar. M13 wandelte sich vom sogenannten unauffäligen Bären zum Problembären, und durch seine Neugier und mangels Scheu vor dem Menschen gemäss Konzept BAFU zum Risikobären. Er wurde kurz nach seinem Erwachen aus dem Winterschlaf am 19.2.13 um 10.15 in Miralogo (Puschlav) auf Geheiss des Eidg. Jagdinspektorates abgeschossen.

M13 wird als Präparat dem Bündner Kunstmuseum übergeben. Bekanntgegeben in Chur wurde auch die Schadensbilanz von M13: Sie umfasst 30 getötete Schafe, zwei tote Ziegen, eine verletzte Kuh und eine verletzte Eselin sowie zahlreiche geplünderte Bienenstöcke.

Haus am Gern hat sich im Herbst 2013 im Kanton Graubünden im Rahmen von Z(ORTEN)2013 auf die Spuren von M13 begeben.
Entstanden ist ein tragikomischer Experimentalfilm über das Bärenleben in Zeiten allgemeiner Unsicherheit.

M13 Trailer

SPIELDATEN

Première27.2.14 @Lokal-int Biel/Bienne CH
04.3.14@LURU Kino Spinnerei Leipzig DE
17.5.14@ Nieporecka, Warschau PL
31.5.14@ Joli Mois de Mai, Voirie, Biel/Bienne CH

HERZLICHEN DANK AN:

Toni Parpan & Claudia Berg, Sophie Hofer, Gio Kwinikadze, Sergo Mikirtumov, Mariann Oppliger, Petra Zumbach, Chri Frautschi, Manuel Kämpfer, Harry Köchli, Stefanie Lobmaier und Trmasan Bruialesi

Zortenmedley by Lokal-int >>>

Z(ORTEN)

Konzept BAFU 2009

Blick.ch 20.2.13 

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