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«Leben und Gesamtkunstwerk - Atelier Robert Haus am Gern» Themen der drei großen Wandgemälde, die das Treppenhaus des Musée d'Art et d' Histoire in Neuenburg zieren, waren die in symbolistischer Manier dargestellten Allegorien der drei großen Regionen des Kantons Neuenburg: Val de Ruz oder Der Ackerbau, Neuenburg oder Das intellektuelle Leben und La Chaux de Fonds oder Die Industrie. Sie bilden zusammen mit dem ebenfalls von Robert entworfenen und von Clement Heaton (1861-1940) ausgeführten Wand- und Deckenschmuck ein Gesamtkunstwerk ersten Ranges. Das Haus in Ried entstand nach eigenen Plänen Roberts und ist im Stil der Renaissance mit Elementen der Gotik und des bernischen Barocks gehalten. Es wurde aus Ziegel und Naturstein errichtet. Das lnnere wird dominiert vom über die ganze Höhe des Hauses gehenden Atelierraum, der von einem lichtspendenden Glasdach überwölbt ist. Dem Großraum gegenüber auf der Eingangsseite sind auf ursprünglich zwei Geschossen kleinere Räume mit Sichtöffnungen nach innen angeordnet. Von diesen Fenstern konnte die Wirkung der Gemälde bereits während der Entstehung verfolgt und kontrolliert werden. In den Jahren 1987/88 wurde das Haus einer Renovierung unterzogen. Um die Möglichkeit zu erhalten, das Gebäude auch als Wohnung nutzen zu können, wurde an der nördlichen Aussenfassade ein über zwei Geschosse reichender Anbau angefügt, der im EG einem WC und im 1. OG einer Dusche mit WC Platz bietet. Auch eine offene Küche wurde im Hauptraum installiert. Zudem konnte ein historischer Kachelofen zur Temperierung erworben werden. Der große Atelierraum wird heute rechter Hand durch einen Lagerraum in seinen einstigen Massen begrenzt. Der reversible Einbau gibt zusätzlichen Platz für das Wohnen und Arbeiten, derzeit für die beiden Künstler Barbara Meyer Cesta und Rudolf Steiner. Das Künstlerpaar betreibt zudem das Haus am Gern. Die beiden sind bereits das zweite Paar, das für einige Jahre hier wohnen wird. Seit 1988 konnten in dem Haus fünf Künstler für Iängere Zeit an ihren Projekten arbeiten. Auch sind in dieser Zeit mehrere Ausstellungen realisiert worden. Möglich wurden die kulturellen Aktivitäten durch die Stiftung / Fondation Atelier Robert Biel / Bienne, die sich für die Hauptaufgaben, Gebäudeerhalt sowie Förderung und Nutzung durch zwei oder mehrere Kunstschaffende, einsetzt. Wie sich der vielseitig begabte Léo-Paul Robert in diesem Haus der ldee und Realisierung eines Gesamtkunstwerkes gewidmet hat - er war sowohl als Maler, Illustrator, Entwerfer von Glasfenstern und als Architekt aktiv -, so sind auch Barbara Meyer Cesta und Rudolf Steiner in der Wahl der künstlerisch eingesetzten Mittel sehr vielseitig und ihr Wirken ist auf die Schaffung eines Gesamtkunstwerks angelegt. Sowohl die traditionellen Medien wie Zeichnung und Photographie sind bei ihnen zu finden als auch deren Verschmelzung mit den Möglichkeiten des Computers und des Internet. Ein von beiden seit Jahren gemeinsam verfolgtes Projekt ist das «Haus am Gern», dessen Alltag im Internet verfolgt werden kann, ja das sogar die aktive Teilnahme Außenstehender ermöglicht. Die Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden ist Programm. Fort- und Ausgang sind ebenso ungewiss wie das Leben selbst. Zum Europäischen Tag des Denkmals, das in diesem Jahr unter dem Motto «Wohnen in einem Denkmal» steht, werden «Haus am Gern» die physischen Zeugnisse wie die gedanklichen Gemeinsamkeiten künstlerischen Schaffens an einem Gesamtkunstwerk «einst und jetzt» |