Der folgende Text war Inhalt einer Performance im Rahmen des Poetry Slam im Barak Lovefield Bern.
Der Text wurde von bmc in Playback vorgeführt (Stimme: Christoph Sommer).

Unter Buhrufen erhielt Haus am Gern den letzten Platz.
Sogar der Trostpreis wurde ihm vom Veranstalter vorenthalten.
 

 

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Die Kunst der Tarnung:

Die Tarnung ist die Kunst, sich so anzupasssen, dass man für die Beobachtung unsichtbar wird.
Sie ist aber auch die Kunst, über die eigene Lage und Absicht zu täuschen.

Die Kunst der Tarnung besteht darin,
- sich so anzupassen, dass man der Beobachtung nicht auffällt
- die charakteristischen Formen zu verwischen
- die Farbkontraste zu vermeiden
- den Schatten auszunützen und Schlagschatten zu verwischen
- die Silhouetten zu vermeiden
- neue Wege und Spuren ausserhalb der benützten Wege oder bereits vorhandenen Spuren zu
  vermeiden, sind sie unvermeidlich, sie zu verlängern oder durch weitere Spuren zu verändern
- die entstehenden Spuren zu verwischen; ebenfalls Staubentwicklung einzudämmen
- Abällle aller Art zu vernichten oder zu vergraben
- Feuer nur dann und an Stellen zu entfachen, wo sie nicht auffallen
- natürlichen Nebel auszunützen und sich künstlichen Nebels zu bedienen
- alle Bewegungen so zu gestalten. dass sie weder auffallen, noch, wenn beobachtet, Aufschluss
  geben über eigene Absichten und Kräfte

Scheinanlagen müssen so erstellt sein, dass sie den Eindruck wirklicher Anlagen machen; sie
müssen deshalb auch Zeichen von Leben, beispielsweise Spuren, Lichter, Abfälle usw.
aufweisen.

Die Kunst der Beobachtung:

Der Beobachter neigt leicht dazu, das zu sehen, was er gern beobachten möchte oder was man
ihm als wichtig bezeichnet hat. Er lässt sich leicht beeinflussen. Es ist ihm oft schwer, sachlich
zu bleiben.
Nervosität, Müdigkeit oder auch das Gefiihl zu grosser Sicherheit können eine genaue
Beobachtung beeinträchtigen. Es ist deshalb besonders wichtig, dass jeder Beobachter eine
bequeme Stellung wählt und sich zweckmässig einrichtet.

Im allgemeinen beobachtet jeder zuerst das, was ihn interessiert. Der Beobachter muss darum
zuerst wissen, zu welchem Zweck, und was er zu beobachten hat.
Der als Beobachter bezeichnete hat sich vor allem zu bemühen, über folgende zwei Punkte
informiert zu sein:
- welche Mittel werden eingesetzt?
- wie ist sein eigenes Verhalten?

Um diese Aufgabe erfüllen zu können, muss der Beobachter verfügen über:

- die Fähigkeit, Wahrnehmungen unterscheiden zu können
- Kenntnisse der angewendeten Mittel, und die Fähigkeit, diese von den seinigen unterscheiden
zu können, um die vorliegenden Spuren zu lesen

Diese Kenntnisse können, wenigstens teilweise, zu Hause angeeignet werden, namentlich
mittels Bildern und Filmen.

bmc 98, frei nach: "Dcr totale Widerstand. Kleinkriegsanleitung für jedermann" von Major von Dach, Bern 1984